Ländlejob Blog | Die Arbeitnehmerveranlagung – was Sie vielleicht noch gar nicht wussten …
15824
post-template-default,single,single-post,postid-15824,single-format-standard,ajax_fade,page_not_loaded,,qode-theme-ver-13.3,qode-theme-bridge,disabled_footer_top,wpb-js-composer js-comp-ver-5.4.5,vc_responsive

Die Arbeitnehmerveranlagung – was Sie vielleicht noch gar nicht wussten …

Auch wenn Sie Respekt vor dem Ausfüllen der Arbeitnehmerveranlagung – einst Steuerausgleich genannt – haben, machen Sie Ihn unbedingt und holen Sie sich Ihre Steuern zurück. Via Finanz Online geht das ganz einfach. Gehen Sie hierfür Schritt für Schritt durch die Formulare. Wir verraten Ihnen, wo überraschenderweise Absetzmöglichkeiten warten.

ALLGEMEINER HINWEIS:

Ende Februar sendet Ihr Arbeitgeber Ihren Jahreslohnzettel fürs Vorjahr an Finanz Online. Zu finden ist dieser unter dem Menüpunkt „Abfragen“ – „Datenübermittlung“. Hier sind ebenso alle Spendenbescheide gesammelt, denn seit 2017 werden Spenden sowie der Kirchenbeitrag direkt von den Organisationen an das Finanzamt übermittelt. Vorausgesetzt Sie haben bei den wohltätigen „Vereinen“ Ihren vollständigen Namen sowie Ihr Geburtsdatum hinterlassen. Sollte dieser „Ordner“ vollständig sein – können Sie mit Ihrer Arbeitnehmerveranlagung für 2018 beginnen. Viel Erfolg! Und keine Angst – Sie können nach der vollständigen Datenangabe eine Sofortberechnung (nur für Sie sichtbar) starten und sehen, wie Ihr Steuerescheid ausfallen wird.  Klicken Sie hierfür auf „Vorberechnung“ oder „Vorberechnung mit Berechnungsblatt“

Was Sie unbedingt wissen müssen …

  • Viele denken, die ANV ist nur für Großverdiener sinnvoll. Völlig falsch! Gerade für Geringverdiener, wie Lehrlinge, Praktikanten, Ferialjobber, Pensionisten ist sie geeignet, um z.B. Sozialversicherungsbeträge zurückzuholen.
  • Auch für Personen mit schwankenden Bezügen, bei Unterbrechung bzw. Wechsel des Dienstverhältnisses lohnt sich eine Arbeitnehmerveranlagung.

 

TIPP zu Sonderausgaben

Hier gibt es auf jeden Fall 60 Euro zu holen! Denn so hoch ist immerhin der Pauschalbetrag.

 

TIPP zu Werbungskosten

Hierunter können Sie unter anderem Kosten für Fort- und Weiterbildung angeben, die nicht von der Firma getragen werden.

Beispiel: Sie besuchen einen 2-Tages-Kurs zu (jeweils 8 Stunden Unterricht), die einfache Wegstrecke dorthin beträgt mehr als 25 km, außerdem sind Sie gezwungen dort zu übernachten. In dem Fall können Sie die Kosten für die Fahrt (Zugticket oder Auto bzw. Kilometergeld) und die Kosten für das Hotel angeben. Auch dürfen Sie sich über Tagesdiäten freuen, denn sobald die Weiterbildung mehr als 25 km vom Zuhause entfernt ist und länger als drei Stunden dauert, gibt es eine Satzung von ca. 3 Euro pro Kursstunde.

Übrigens: Unter Punkt „10.12 Sonstige Werbungskosten“, kann Arbeitskleidung abgesetzt werden, sofern Sie spezielle benötigen.

 

TIPP zu Außergewöhnliche Belastung mit Selbstbehalt

Hierunter fallen z.B. auch Begräbniskosten. Das heißt, auch wenn Sie nur anteilig an den Kosten für eine Bestattung beteiligt sind, können Sie diesen Anteil hier angeben. Darunter fallen ebenso: die Trauerkarten, die Kosten für den Leichenschmaus, sogar die Trauerkleidung, die Sie tragen usw.

Ab einer Gesamtsumme Ihrer außergewöhnlichen Belastungen mit Selbstbehalt in Höhe von 3.000 Euro wird es absetztechnisch interessant. Sammeln Sie, um auf die Summe oder darüber zu kommen alle krankheitsbedingten Rechnungen (auch die der Kinder): Zahnarzt-, Arzt-, und Apothekenrechnungen (hierauf muss der Name stehen), Rechnungen für Kuraufenthalte, Brillen, Physiotherapie, Krankenhaus oder auch Augenlasern und Zahnspange.

Aber ziehen Sie, bevor Sie die Angaben machen, die etwaige Rückerstattung ihrer Krankenkassen ab.

Übrigens: Je nach Einkommen wird ein Selbstbehalt von 6 – 12 % des Einkommens als zumutbar gewertet.

 

TIPP zu außergewöhnliche Belastungen ohne Selbstbehalt

Auch die auswärtige Berufsausbildung Ihres Kindes kann hier geltend gemacht werden und kann bis zu  – 110 Euro pro Monat für die Bemessungsgrundlage bedeuten!

 

TOP-TIPP: Haben Sie keine Angst vor dem Finanzamt. Versuchen Sie so viel wie möglich abzusetzen. Wichtig dabei ist nur, dass Sie die Grundlage der Geltendmachung der Steuererleichterung, nämlich alle Rechnungsbelege eines Steuerjahres, gesammelt aufbewahren. Die Aufbewahrungsfrist beträgt 7 Jahre. Sollten Sie etwas zu Unrecht aus Unwissenheit abgesetzt haben, wird sich das Finanzamt bei Ihnen melden und das Geld gegebenenfalls zurückfordern oder der Unstimmigkeit schon vor der Ausbezahlung eines Geldbetrages mit Ihrer Hilfe auf den Grund gehen.