Ländlejob Blog | Elternkarenz – Die Freistellung von der Arbeit für Mütter bzw. Väter
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Elternkarenz – Die Freistellung von der Arbeit für Mütter bzw. Väter

Wie schön, ein neuer Erdenbürger ist angekommen und der braucht jetzt natürlich ganz viel Aufmerksamkeit. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, gibt es in Österreich die Elternkarenz für Mütter und Väter. Als Karenz wird der Anspruch auf Freistellung von der Arbeitsleistung gegen Entfall des Arbeitsentgelts bezeichnet. Das heißt, während der Karenzzeit wird kein Lohn ausbezahlt Lohn, allerdings unter bestimmten Voraussetzungen das Kinderbetreuungsgeld. Hier finden Sie die wichtigsten Fakten zur Elternkarenz – zur Freistellung von der Arbeit für Mütter und Väter, Meldefristen, Zuverdienstgrenze und mehr.

Recht auf Karenzzeit sowie Dauer

Unselbstständige erwerbstätige Mütter und Väter haben gegenüber ihrem Arbeitgeber einen rechtlichen Anspruch auf Karenz –  vorausgesetzt sie leben im gemeinsamen Haushalt mit dem Kind. Die Elternkarenz darf für mindestens 2 Monate und längstens bis zur Vollendung des 2. Lebensjahres des Kindes in Anspruch genommen werden. Sie kann hierbei aus 3 Blöcken bestehen, sprich Vater und Mutter können sich abwechseln. Bsp. Mutter – Vater – Mutter oder Vater – Mutter – Vater.

Beginn der Karenz

Die Karenz beginnt für jenen Elternteil, der sie zuerst in Anspruch nimmt, in der Regel 8 bzw. 12 bzw. max. 16 Wochen (= Ende der Schutzfrist) nach der Geburt. Bei der Mutter kann die Karenz auch im Anschluss an einen Urlaub oder Krankenstand beginnen. Hat der Elternteil, der das Kind zunächst betreut, keinen Anspruch auf Karenz, kann der andere Elternteil Karenz auch zu einem späteren Zeitpunkt nehmen.

Mutter und Vater gleichzeitig in Karenz

Bei erstmaligem Wechsel der Karenz können die Eltern einen Monat gleichzeitig Karenz in Anspruch nehmen, wodurch sich die Maximaldauer der Karenz um einen Monat verkürzt. Sonst ist eine gleichzeitige Inanspruchnahme nicht zulässig. Während der Inanspruchnahme einer gleichzeitigen Karenz kann nur ein Elternteil Kinderbetreuungsgeld beziehen.

Meldung der Karenz unterscheidet sich

Mütter. Nimmt die Mutter zuerst die Karenz in Anspruch, muss sie ihren Dienstgeber spätestens am letzten Tag der Schutzfrist (8 bzw. 12 bzw. max. 16 Wochen nach der Geburt) darüber informieren, ob bzw. wie lange sie Karenz in An­spruch nehmen möchte.

Väter. Nimmt der Vater zuerst die Karenz in Anspruch, muss er den Dienstgeber spät­estens 8 Wochen nach der Geburt über Beginn und Dauer der Karenz in­formieren.

Nimmt der Vater erst zu einem späteren Zeitpunkt Karenz in Anspruch und löst die Mutter ab, sollte er seine Karenz frühestens vier Monate vor Beginn der gewünschten Karenz an den Arbeitgeber melden, um Kündigungsschutz zu erhalten. Die Meldung der Karenz muss aber spätestens drei Monate vor dem Antritt der gewünschten Karenz erfolgt sein! Am besten schriftlich und per Einschreiben.

Verlängerung der Karenz

Spätestens drei Monate vor Ende der gemeldeten Karenz können Mütter oder Väter dem Arbeitgeber bzw. der Arbeitgeberin bekannt geben, dass die Karenz verlängert wird. Dabei muss auch der gewünschte Verlängerungszeitraum (höchstens bis zum 2. Geburtstag des Kindes) bekannt gegeben werden.
Beträgt die Karenz weniger als drei Monate, so muss die Verlängerung spätestens zwei Monate vor Ende der Karenz mitgeteilt werden.

Aufschieben der Karenz

Beide Elternteile haben die Möglichkeit, drei Monate ihrer Karenz aufzuschieben. Diese aufgeschobene Karenz ist bis zum 7. Geburtstag des Kindes oder spätestens aus Anlass eines späteren Schuleintrittes zu verbrauchen. Der Gesamtanspruch auf Karenz wird dadurch nicht verlängert.

Beschäftigung während der Karenz

Mütter und Väter können während der Karenz eine geringfügige Beschäftigung ausüben, und zwar sowohl in dem Betrieb, in dem das karenzierte Arbeitsverhältnis besteht, als auch bei einem anderen Arbeitgeber. Das Entgelt für diese Beschäftigung darf im Kalendermonat die Geringfügigkeitsgrenze nicht übersteigen. (2018: 438,05 Euro).

Weiters besteht die Möglichkeit bei dem Betrieb, mit dem das karenzierte Arbeitsverhältnis besteht, eine Beschäftigung über der Geringfügigkeitsgrenze in der Dauer von höchstens 13 Wochen pro Kalenderjahr (z.B. Urlaubs- oder Krankenstandsvertretung) zu vereinbaren.
Mit Zustimmung des Arbeitgebers bei dem das karenzierte Arbeitsverhältnis besteht, kann auch mit einem anderen Arbeitgeber eine Beschäftigung über der Geringfügigkeitsgrenze in der Dauer von höchstens 13 Wochen pro Kalenderjahr vereinbart werden.

Kündigungs- und Entlassungsschutz während der Karenz

Nimmt die Mutter die Karenz unmittelbar nach der Schutzfrist in Anspruch, läuft der Kündigungs- und Entlassungsschutz weiter.
Nimmt der Vater die Karenz unmittelbar nach der Schutzfrist der Mutter in Anspruch, beginnt der Kündigungs- und Entlassungsschutz mit der Meldung, nicht jedoch vor der Geburt des Kindes.
In allen übrigen Fällen beginnt der Kündigungs- und Entlassungsschutz mit der Bekanntgabe, frühestens jedoch vier Monate vor Antritt der Karenz.
Der Kündigungs- und Entlassungsschutz endet vier Wochen nach der Karenz bzw. nach dem Karenzteil.
Erst nach Ablauf des Kündigungs- und Entlassungsschutzes kann eine Kündigung durch den Arbeitgeber bzw. die Arbeitgeberin ausgesprochen werden. Ab diesem Zeitpunkt beginnt die Kündigungsfrist.

Wiederantritt der Arbeit nach der Karenz

Die Arbeit ist nach dem Ende der geltend gemachten Karenz (= spätestens am 2. Geburtstag des Kindes) wiederaufzunehmen. Dieser Verpflichtung nicht nachzukommen, kann ein Entlassungsgrund sein.

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