Ländlejob Blog | Was wissen Sie über den Papamonat und den Familienzeitbonus?
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Was wissen Sie über den Papamonat und den Familienzeitbonus?

Zuallererst: Der umgangssprachliche Papamonat heißt eigentlich Väterfrühkarenz. Und auf diesen gibt es leider keinen generellen Rechtsanspruch, dennoch steht die Möglichkeit so manchen offen. Sogar mitsamt kleiner Finanzspritze, nämlich dem Familienzeitbonus. Wir erklären Ihnen das Wichtigste zum Thema!

 

#1 Die Väterfrühkarenz bzw. der Papamonat sollen die gemeinsame Betreuung des Kindes mit der Mutter in den ersten Lebenswochen ermöglichen. Hier steht dem nichts im Wege:

 

Väterfrühkarenz im öffentlichen Dienst

Bundesbedienstete und Bedienstete einiger Bundesländer (wie Vorarlberg) können für maximal 4 Wochen unbezahlt einen Papamonat in Anspruch nehmen. Allerdings nur während des Mutterschutzes der Kindsmutter, d.h. innerhalb der ersten 2 Monate nach der Geburt.

Hinweis: Voraussetzung für den Papamonat ist der gemeinsame Haushalt mit Mutter und Kind.

 

Väterfrühkarenz in der Privatwirtschaft

In manchen Branchen räumt der Kollektivvertrag die Möglichkeit eines Papamonates ein. Die Bedingungen unterscheiden sich allerdings – teilweise wird der Papamonat auch bezahlt.

 

Unbezahlter Urlaub/Vereinbarte Freistellung

Ein unbezahlter Urlaub bzw. eine vereinbarte Karenz ist mit Zustimmung des Arbeitgebers grundsätzlich für alle möglich. Arbeitsrechtlich wird von einer Karenzierung gesprochen.

 

#2 Der Familienzeitbonus gilt bei Geburten ab 1. März 2017 und ist eine finanzielle Unterstützung (ca. 700 Euro monatlich) für Väter, die sich direkt nach der Geburt der Familie widmen wollen und somit Familienzeit verbringen. Das heißt, die Väter müssen alle Erwerbstätigkeiten vorübergehend einstellen und sich intensiv und ausschließlich der Familie widmen. Beantragt wird der Familienzeitbonus bei der zuständigen Krankenkasse.

 

Beispiele für Familienzeit:

  • Väterfrühkarenz (Papamonat)
  • Sonderurlaub, gegen Entfall der Bezüge, der mit dem Arbeitgeber vereinbart wurde
  • Unterbrechung der selbstständigen Tätigkeit samt Abmeldung bei der Sozialversicherung
  • Ruhendmeldung des Gewerbe

 

Weitere Voraussetzung zur Gewährung des Familienzeitbonus:

  • Anspruch und Bezug der Familienbeihilfe für das Kind
  • Lebensmittelpunkt von antragstellendem Elternteil, Kind und anderem Elternteil in Österreich
  • Ein auf Dauer angelegter gemeinsamer Haushalt mit dem Kind und dem anderen Elternteil sowie idente Hauptwohnsitzmeldungen
  • Inanspruchnahme der Familienzeit
  • Erfüllung des Erwerbstätigkeitserfordernisses vor Bezugsbeginn, d.h. der Vater muss während der letzten 182 Tage vor Bezugsbeginn des FZB einer kranken- und pensionsversicherungspflichtigen Erwerbstätigkeit nachgegangen sein.
  • Für Nicht-Österreicher zusätzlich ein rechtmäßiger Aufenthalt in Österreich nach dem Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz bzw. nach dem Asylgesetz 2005
  • Die Erwerbstätigkeit muss direkt im Anschluss an die Familienzeit wiederaufgenommen

 

Hinweis: Der FZB muss beantragt werden. Die Beantragung ist frühestens ab dem Tag der Geburt des Kindes möglich und muss spätestens binnen 91 Tagen ab dem Tag der Geburt erfolgen.

Lesetipp:

ELTERNKARENZ – DIE FREISTELLUNG VON DER ARBEIT FÜR MÜTTER BZW. VÄTER